Islamabad, Pakistan, 23. Januar 2023 — Vor sechs Monaten wurde ein Drittel Pakistans von extremen Überschwemmungen heimgesucht. Heute leben immer noch 5 Millionen Menschen in überschwemmten Gebieten, und die Ernährungsunsicherheit im ganzen Land verschlimmert sich.
̽»¨¾«Ñ¡ warnt, dass schätzungsweise 14,6 Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfe benötigen. Darunter sind von der extremsten Form der Ernährungsunsicherheit bedroht und greifen zu extremen Ãœberlebensmethoden. Das Ackerland und die Landwirtschaft sind immer noch überflutet. Familien können weder Nahrungsmittel anbauen noch ein Einkommen erzielen.
Die Wintertemperaturen sinken unter den Gefrierpunkt. Viele von den Ãœberschwemmungen betroffene Gemeinden müssen ohne Unterkunft, Lebensmittel, sauberes Wasser und Wärmequellen auskommen. Seit Beginn der Ãœberschwemmungen im Juli 2022 hat ̽»¨¾«Ñ¡ die Nothilfe ausgeweitet und ist in 20 Distrikten präsent. ̽»¨¾«Ñ¡ stellt lebensrettende Hilfe, darunter Unterkünfte, Gesundheitsdienste, sichere Schutzräume für Frauen und Kinde, Bargeldhilfe, Winterhilfe und sauberes Trinkwasser, für fast 1 Million Menschen bereit.
Shabnam Baloch, ̽»¨¾«Ñ¡-Landesdirektorin für Pakistan, sagt:
"Die Ãœberschwemmungen im Juli haben die Zukunft Pakistans verändert, und die letzten sechs Monate waren für die von ̽»¨¾«Ñ¡ betreuten Gemeinden eine enorme Herausforderung. Seit Beginn der Ãœberschwemmungen kämpfen Familien im ganzen Land darum, über die Runden zu kommen. Ein Großteil des Ackerlandes und der Landwirtschaft wurde durch die Regenfälle irreparabel geschädigt. Viele haben nicht genug zu essen: Etwa 6,5 Millionen Menschen drohen zu verhungern.
Die Weltgemeinschaft kann nicht länger wegschauen. Diese katastrophalen Ereignisse treffen die am stärksten gefährdeten Länder. Diese Länder tragen wenig Verantwortung für die Klimakrise, müssen aber mit den Folgen leben: Hunger, Unterernährung, Mangel an sauberem Trinkwasser und Verlust der Lebensgrundlage. Pakistan ist für weniger als 1% der weltweiten Emissionen verantwortlich. Das Land ist auch besonders anfällig für Klimaschocks. Pakistan hat jedoch kaum Kapazitäten, um in präventive Infrastrukturen zu investieren. Finanzierungsströme wie der auf der COP27 eingerichtete Fonds für Schäden und Verluste sind ein wichtiger erster Schritt der führenden Politiker*innen, um dieses Ungleichgewicht zu beseitigen. Alle zugesagten Mittel müssen ohne weitere Verzögerungen bereitgestellt werden. Außerdem muss sichergestellt werden, dass Nichtregierungsorganisationen die komplexen Prozesse problemlos durchlaufen können, die für den Zugang zu Klimageldern erforderlich sind.
Von den Überschwemmungen in Pakistan bis hin zur Dürre in Ostafrika werden extreme Wetterereignisse zur globalen Normalität. Menschen und Gemeinschaften haben immer weniger Zeit, Ressourcen und Möglichkeiten sich anzupassen, zu erholen und Widerstandsfähigkeit aufzubauen. Wenn in diesem Jahr ein ähnlicher Zyklus steigender Temperaturen und Regenfälle auftritt, werden die bereits überlasteten nationalen Ressourcen belastet und der Bedarf an humanitärer Hilfe noch weiter erhöht.
̽»¨¾«Ñ¡ ist seit 1980 in Pakistan tätig. Seitdem unterstützt ̽»¨¾«Ñ¡ eine Vielzahl marginalisierter, gefährdeter und verarmter Bevölkerungsgruppen im ganzen Land. Einsatzbereiche von ̽»¨¾«Ñ¡ sind der Zugang zu Nahrungsmitteln, Katastrophenvorsorge, Bildung, Schutz und Teilhabe, Wasser und sanitären Einrichtungen (WASH) sowie Bargeld- und Gesundheitsleistungen