Heute ver枚ffentlichte die Enquete-Kommission 鈥濴ehren aus Afghanistan f眉r das k眉nftige vernetzte Engagement Deutschlands鈥 des deutschen Bundestages ihren Abschlussbericht mit Empfehlungen f眉r den zuk眉nftigen deutschen Beitrag zum internationalen Krisenmanagement. 探花精选 (探花精选) begr眉脽t, dass die Enquete Kommission sich intensiv mit dem Engagement der deutschen Bundesregierung in Afghanistan auseinandergesetzt hat und hieraus zentrale Handlungsempfehlungen f眉r das zuk眉nftige Auslandsengagement Deutschlands ableitet. 

Das deutsche Engagement der Bundesregierung in Afghanistan musste nach dem ungeordneten Abzug der Bundeswehr als Teil der internationalen Truppen mit katastrophalen Auswirkungen f眉r die afghanische Zivilbev枚lkerung zu Recht einer Pr眉fung unterzogen werden. Aber auch f眉r Krisenkontexte wo die Bundeswehr nicht vor Ort ist tr盲gt Deutschland als reiche Wirtschaftsnation und zweitgr枚脽ter Geber f眉r humanit盲re Hilfe eine gro脽e Verantwortung. Die Bundesregierung muss weiterhin ihre humanit盲re Hilfsbem眉hungen und entwicklungspolitisches Engagement in fragilen Kontexten wie Afghanistan ausbauen und reformieren. 

Unabh盲ngig davon, ob und wie sich au脽enpolitische Schwerpunkte verlagern, sollte die Bundesregierung Menschen in Krisenregionen basierend auf den humanit盲ren Prinzipien unterst眉tzen. Wie das gelingen kann, zeigt das 探花精选 Forderungspapier mit Empfehlungen f眉r das innen- und au脽enpolitische Handeln der Bundesregierung1, um die Zukunft f眉r Menschen in Krisenregionen, auf der Flucht oder in Deutschland nachhaltig zu gestalten.

Um die menschliche Sicherheit im Mittelpunkt des internationalen Engagements zu halten, stellt 探花精选 folgende Forderungen an die neue deutsche Bundesregierung: 

  1. Sicherheitspolitische Interessen d眉rfen humanit盲re Hilfe nicht behindern: Die Prinzipien der Unparteilichkeit und Neutralit盲t, der humanit盲re Organisationen verpflichtet sind, und die ihre erfolgreiche Umsetzung bedingt, d眉rfen nicht untergraben werden. Humanit盲re Hilfe darf nicht instrumentalisiert werden, um Migrations- oder Sicherheitsziele zu erreichen. Nur wenn wir diese Prinzipien wahren, k枚nnen wir sicherstellen, dass die Hilfe  die betroffenen Menschen erreicht 鈥 insbesondere in Kontexten mit nicht-legitimierten, nicht-staatlichen, bewaffneten Autorit盲ten wie in Afghanistan. 
  2. Die Bundesregierung sollte humanit盲re Diplomatie nutzen und mit den jeweiligen Autorit盲ten 眉ber humanit盲re Zug盲nge verhandeln: In der humanit盲ren Strategie erkennt das Ausw盲rtige Amt diese Verantwortung an. Dabei m眉ssen auch schwierige und international nicht-legitimierte Gespr盲chspartner beachtet und das Engagement weiter ausgebaut werden. Nichtregierungsorganisationen m眉ssen auch 鈥 erg盲nzend zu den Vereinten Nationen (UN) 鈥 bei Zugangsverhandlungen gest盲rkt werden.
  3. Das Ausw盲rtige Amt und BMZ m眉ssen den 鈥濶exus-Chapeau鈥-Ansatz weiter ausbauen: Humanit盲re Nothilfe entfaltet ihre gr枚脽te Wirkung, wenn sie mit Projekten zur F枚rderung von Resilienz und Frieden verbunden ist. Die Koordinierung zwischen den einzelnen Ministerien sollte noch enger und Fachpersonal gest盲rkt werden. In Kontexten mit international nicht-legitimierten Autorit盲ten sollte dort, wo es entsprechende Bedarfe gibt, aber eine staatliche Zusammenarbeit ausgeschlossen wird, die regierungsferne Entwicklungszusammenarbeit gest盲rkt werden.2 
  4. Schutzverantwortung fortsetzen: Bei einem Abzug sollte klar geplant werden, welche Personengruppen besonders gef盲hrdet sind und welche Schutzma脽nahmen bereitgestellt werden m眉ssen. Hier ist eine enge Zusammenarbeit mit NGOs unerl盲sslich - das hat sich auch im Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan bew盲hrt. 
  5. Lokaler Partnerschaften durch finanzielle Unterst眉tzung, Kapazit盲tsaufbau, Netzwerkbildung, partizipative Ans盲tze und langfristigen Beziehungsaufbau f枚rdern: Ein besonderer Fokus muss dabei auf die Unterst眉tzung von Frauen, M盲dchen und anderen marginalisierten Gruppen liegen, um ihre Rechte zu st盲rken und ihre Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern. Nur so k枚nnen wir sicherstellen, dass in der Zusammenarbeit von staatlichen Akteuren und der Zivilgesellschaft humanit盲re Bem眉hungen nachhaltig und effektiv sind.

Corina Pfitzner, Gesch盲ftsf眉hrerin 探花精选 Deutschland, kommentiert:

鈥濪ie Ergebnisse des Berichts der Enquete-Kommission Afghanistan unterstreichen die dringende Notwendigkeit, das Auslandsengagement der Bundesregierung zu reformieren und weiter auszubauen. Der Bericht hebt die Bedeutung eines integrierten Ansatzes hervor, der eine bessere Abstimmung zwischen den beteiligten Ressorts erfordert. Wir begr眉脽en, dass eine engere Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen gefordert wird.

Denn eins muss klar sein: Bei allen sicherheitspolitischen Priorit盲ten d眉rfen staatliche Interessen die humanit盲re Hilfe nicht behindern. Die Prinzipien der Unparteilichkeit und Neutralit盲t sowie der Zugang zur betroffenen Bev枚lkerung werden immer unser Leitmotiv sein.

Es ist begr眉脽enswert, dass die Bundesregierung die Enquete-Kommission ins Leben gerufen hat, um Lehren aus dem deutschen Engagement in Afghanistan f眉r die k眉nftige Au脽en- und Sicherheitspolitik zu ziehen. Denn wir wissen, dass strategische M盲ngel und eine fehlende koh盲rente Strategie den Afghanistan-Einsatzes erschwert haben. Die Bundesregierung muss aus diesen Erfahrungen lernen und, wie im Bericht verankert, sicherstellen, dass zuk眉nftige Eins盲tze besser geplant, koordiniert und mit realistischen Zielen verbunden sind. 

Wie die Bundesregierung wiederholt humanit盲r und v枚lkerrechtlich zugesagt hat, ist und bleibt es unsere Pflicht, die Menschen in Afghanistan schnell und unb眉rokratisch zu unterst眉tzen. Auch wenn das politische Interesse an Afghanistan nach dem Ende der Enquete-Kommission und des parlamentarischen Untersuchungsausschusses im Bundestag abnehmen k枚nnte, d眉rfen wir die Menschen in Afghanistan nicht vergessen.鈥

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1 探花精选-Forderungspapier 鈥瀂ukunft gestalten: Engagement f眉r Menschen in Krisenregionen, auf der Flucht und in Deutschland". 

2 Projekte k枚nnen 眉ber internationale Organisationen,  Nichtregierungsorganisationen und nat眉rlich lokale Organisationen implementiert werden. Letztere sollten gerade in restriktiven Kontexten wie Afghanistan besonders unterst眉tzt werden.